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Das Ende

Gleichgültig, um welches Format es sich handelt, und wie lange man die Zigarre raucht, irgendwann kommt der Zeitpunkt, um Abschied zu nehmen: dies ist spätestens dann der Fall, wenn die Glut der Zigarre droht, dem Raucher die Finger zu verbrennen. Der geübte Raucher wird es jedoch nicht so weit kommen lassen und seine Zigarre schon vorher weglegen.

Der Grund hierfür liegt darin, dass jede Zigarre im Verlaufe des Rauchvorgangs ihren Geschmack verändert und zum Schluss hin immer stärker wird, bis ein beißender, heißer Geschmack den Rauchgenuss ganz empfindlich beeinträchtigt. Dies liegt daran, dass der Rauch vom Brandende zum Mund des Rauchers hin eine immer kürzere Strecke zurücklegen muss und folglich weniger Zeit zum Abkühlen hat. Außerdem wirkt der hintere Teil der Zigarre, also das letzte Drittel oder Viertel, als Filter, der dazu geeignet ist, unangenehme geschmackliche Eindrücke vom Raucher fern zu halten. Wird dieser Filter zu kurz, kann er diese Funktion nicht mehr zuverlässig ausführen, zumal dann, wenn er sich bereits durch die Glut zu stark erhitzt hat. Der Rauch wird dann sofort bitter und beißend und erzeugt im Mundraum einen unangenehmen Nachgeschmack, der unter allen Umständen vermieden werden sollte.

Deshalb kann als Faustregel festgestellt werden, dass eine Zigarre nur zu etwa zwei Dritteln bis maximal drei Vierteln geraucht werden sollte. Auf keinen Fall sollte es so lange ausgedehnt werden, bis womöglich die Bauchbinde Feuer fängt! – Diese Bauchbinde sollte übrigens stets an der Zigarre verbleiben, die Marotte, sie vor dem Rauchen zu entfernen, lässt sich durch keinerlei Vorwände rechtfertigen! Zudem ist der ursprüngliche Zweck, die Finger durch diese Bauchbinde vor Verschmutzungen durch Tabakflecken zu schützen, heute durch verbesserte Produktionstechniken obsolet, und kaum jemand wird heute noch mit weißen Handschuhen Zigarre rauchen. Aber inzwischen sind die Bauchbinden zu einem ansprechenden Schmuck und Erkennungszeichen der Zigarre geworden, und jeder Raucher wird völlig zu recht auf die Marke seiner Lieblingszigarre stolz genug sein, um sie nicht vor seinen Mitmenschen zu verstecken. Und wer Angst davor hat, sich durch das Rauchen einer teuren Havanna als „Bonze“ zu erkennen zu geben und Neidgefühle zu erzeugen, der ist als Zigarrenraucher sowieso eher ungeeignet!

Wann genau der Rauchgenuss zu beenden ist, überbleibt natürlich jedem Raucher selbst überlassen, aus der Farbe der Asche lässt sich darauf nämlich gar nicht schließen – genau wie auf die Qualität der Zigarre selbst! War man früher der Meinung, dass eine möglichst helle, weiße Asche das Zeichen einer guten Zigarre sei, hat man inzwischen herausgefunden, dass die Farbe der Asche lediglich etwas über den Mineralgehalt des Bodens aussagt, auf welchem die Tabakblätter gewachsen sind: je mehr Mineralien, desto dunkler die Asche! Da nun die Zigarrenblätter über die gesamte Länge der Zigarre dieselben sind, wird sich die Farbe der Asche auch nicht verändern, weshalb natürlich auch kein Hinweis auf ein baldiges Ende des Rauchgenusses zu erwarten ist.

Steht der Entschluss fest, das Rauchvergnügen zu beenden, so sollte die Zigarre keinesfalls – ähnlich einer Zigarette – im Aschenbecher ausgedrückt werden. Erstens wäre dies wegen des größeren Umfangs von Zigarren, zumal bei großen Ringmaßen, gar nicht so einfach möglich, und zweitens würden dadurch schädliche und übel riechende Dämpfe entstehen, die dem Raucher wie seiner Umgebung schaden würden.

Viel besser ist es, die Zigarre nach dem Ende des Rauchens einfach in den Aschenbecher zu legen, wo sie schon nach kurzer Zeit, und zwar völlig ohne die Entwicklung schädlicher Dämpfe, von selbst erlöschen wird. Aus den oben genannten Gründen sollte man dann allerdings die ausgeglühte Zigarre bald entfernen, denn nichts ist weniger angenehm, als der Geruch eines erkalteten Zigarrenrestes! Wer seinem Hobby vor dem offenen Kamin frönt, der darf natürlich die Restzigarre auch einfach ins Kaminfeuer werfen, wo sie schnell und ohne Rückstände verbrennen wird!

Und noch etwas ist wichtig, wenn der Rauchgenuss in geschlossenen Räumen erfolgte: das intensive Lüften des Raumes sollte auf keinen Fall unterlassen werden, da sonst der erkaltete Zigarrenrauch am nächsten Morgen als beinahe unerträglicher Gestank im Raum schweben und sich in Vorhängen, Polstern und Teppichen festgesetzt haben wird. Zwar gibt es inzwischen bereits recht wirkungsvolle Methoden, die Raumluft durch Filteranlagen und ähnliche Vorrichtungen zu säubern, aber diese sind nicht nur sehr teuer in der Anschaffung, sie werden auch niemals den Wirkungsgrad erreichen, den ein geöffnetes Fenster – ganz umsonst – bietet!